Ein Blog, ein Buch, eine Rezension und die Kunst mit Kritik umgehen zu können [Update]

Man erlebt ja so einiges, unterwegs in den Blog-Welten. Gute Beiträge, schlechte Beiträge, gute Blogs, schlechte Blogs, Beschimpfungen, Drohungen, Abmahnungen, Trollkommentarkriege… ja, da gibt es so einiges. Immer wieder gibt es jedoch auch Vorfälle die mehr als nur einen Blick oder ein Lächeln wert sind. So wie folgender Fall.

Zuerst ließen mich einige Tweets aufhorchen. Der Lesekreis-Blog-Beitrag “Das wird teuer, Lady! Autor und Verlegerin drohen Literaturblog mit Klage” weckte dann endgültig mein investigatives Ich und so begab ich mich auf eine morgendliche Exkursion in eine Geschichte voller “Ungereimtheiten”, fliegender digitaler “Ziegelsteine” und einer “Brut” die doch etwas genauer untersucht werden sollte.

So schreibt der Lesekreis:
“(…) Am 16. November 2011 hat Myriel auf ihrem Literaturblog “Bücherzeit” eine Rezension zu einem im Februar 2011 im Roder Verlag erschienen Roman von John Asht veröffentlicht. Da sie sich mit den vielen “Ungereimtheiten” und der “schwerfälligen Sprache” in dem über 900 Seiten starken “Ziegelstein” nicht länger quälen wollte, hat sie nach 90 Seiten “Twin-Pryx. Zwillingsbrut” abgebrochen. (…)”.

Nach Sichtung und Lesung des Blog-Beitrages von Astrid alias Myriel war ich jedoch erstaunt, dass ein derart harmloser Beitrag beim Autor und Verlag zu einer dermaßen, in meinen Augen völlig deplazierten und überzogenen Reaktion führte. Vor allem die im “Bücherzeit” Blog-Beitrag hinterlassenen Beiträge des Autors und der Verlegerin erscheinen so surreal, dass ich es noch immer nicht ganz fassen kann.

John vom Blog Metronaut schreibt dazu kurz und knapp in seinem Beitrag “Rechtliche Schritte wegen Rezension”:
“(…) Mitunter wohl einer der dilettantischsten Versuche der letzten Jahre, unliebsame Berichterstattung zu unterbinden.  (…)”.

Tom vom Blog Schreibblockade.com hat ebenfalls einen wirklich klasse und äußerst ausführlichen Artikel abgeliefert. Aber lest bitte selbst, besser geht es wirklich nicht. Finde ich zumindest und zitiere aus dem Beitrag “Vom Umgang mit Kritik“:

“(…) Denn ja, es gibt die alte Autorenweisheit “Mach mich nicht an, ich bin Autor. Ich kann dir in meinem nächsten Buch böse Dinge zustoßen lassen.” Aber verstolpert man sich bei seinen Kritikern in der Presse (und das gilt online heute noch mehr denn je), dann könnte es auch heißen, dass das in einem Kritiken-Selbstmord endet. (…)”.

In diesem Sinne: …Popcorn nicht vergessen. Achja und falls es jemanden interessiert, hier geht es zu den Amazon-Kundenrezensionen des Buches.

P.S. Ein kleiner Nachtrag einer Auflistung weiterer Kommentare zum Thema (Liste aktualisiert am 31.01.12) :

Autor Stephan R. Bellem
Rezensionsportal Zauberspiegel und nochmals Der Zauberspiegel
Blog “Metronaut.”
Kritikblog “Kotzendes Einhorn”
Bücherblog SaraSalamander
Lesekreis
Autor Philipp Bobrowski auf Facebook
Rezensionsblog Little Dhampirs

Thoughtfein
Fandom Observer
Lies mit
MuellerManfred
Buecherblog der Buecherelfe
Scienceblogs – Wissenschaft, Kultur, Politik
SF-Forum des SF-Fan-Portals
Powerbook Blog
Deutschland Today
Lake Hermanstadt
koeln-format.de
SuedeWilde
Werkzeugkasten, nochmals der Werkzeugkasten und nochmals der Werkzeugkasten
Die Schrottpresse
Ekkart.de im Blog Rauhe Sitten
Arschhaarzopf
Wasmitbuechern.de Facebook -Seite
Klopfers Web
Redqueen25
Was mit Medien – Medienmagazin Podcast Folge #268 (ca. ab Minute 34)
Martins Blog
Der Schockwellenreiter, und nochmal Der Schockwellenreiter
Blog Ein Buch lesen
buchreport.de auf Facebook
Paperblog
Rezensenten-Mafia auf Facebook
Silencers Blog
Buchrezension auf fictionfantasy.de
Fictionfantasy.de auf Facebook
Ein Buch muss die Axt sein Blog
SF-Forum Science-Fiction-Forum
Andreas Kyriacou “Über manches”-Blog
Blog der Nürnberger Zeitung NZ-Online
ZwischenZeilen das BookRix-Blog

und noch viele, viele weitere…

 

Update 23.01.12

Mittlerweile hat Autor John Asht seinen eigenen Blog-Beitrag “John Asht – Literatur-Kriminalität im Internet” mehrmals überarbeitet. Kommentarlos wurden Passagen, die mitunter Auslöser der Welle der Entrüstung waren, gelöscht. Ersetzt wurden diese durch überarbeitete und gänzlich neue Passagen. Von den Originalpassagen kursieren jedoch etliche Screenshots im Netz. Eine aktuelle Übersicht oder besser gesagt eine gute Zusammenfassung der aktuellen Geschehnisse findet man im Blog-Beitrag “Niveaulimbo in Shitstormhausen” auf koeln-format.de.

 

Update 28.01.12

Ich dachte es wäre vorbei… weit gefehlt. Mittlerweile hat der Autor John Asht seinen eigenen Blogbeitrag so oft verändert, dass nur noch die zeitliche Abfolge von Screenshots wieder Ordnung in die ganze Geschichte bringen kann. Erstaunlich ist jedoch, dass immer wieder brisante Teile ganz gelöscht werden, neue wirre Theorien auftauchen und  verschwinden und über Sachen geschrieben wird, die einfach nicht stimmen.

So berichtet Herr Asht zum Beispiel, dass Myriel ihren Blogbeitrag geändert haben soll – das ist, wie viele Leser mit ihren Screenshots belegen jedoch nicht passiert. Auch ist nicht ganz klar was Herr Asht mit “über 700 negative Rezensionen” meint. Auf Amazon gibt es lediglich 26 Rezensionen und zähle ich Myriels dazu sind es dann 27, alles andere sind Blogbeiträge, Kommentare, Meinungen und Berichte – ist das vielleicht damit gemeint?

Ob Facebook oder Twitter, Web oder Blog, mittlerweile berichten auch einige kleinere Fachmagazine wo sich Leser, User und Blogger zu Wort melden, weil die Geschichte an sich schon so surreal ist, dass man es einfach nicht glauben kann. Meinungen, Kommentare und Äußerungen bleiben bei solch einem Gebaren des Autors natürlich nicht aus. Den Verfassern dieser Beiträge jedoch hinterherzujagen und den Personen zu drohen – siehe Frederick vom Werkzeugkasten – ist glaube ich der falsche Weg.

Nein, Herr Asht, wenn Sie diesen Beitrag hier lesen, ich habe keine Rezension zu ihrem Buch geschrieben, bin kein Literaturkritiker und gehöre auch keiner “mafiösen-internet-kriminellen-Vereinigung zur Vernichtung ihres Buches und/oder Verlages” an, finde jedoch Sie sollten Ihr Vorgehen wirklich nochmal überdenken damit das Ganze ein baldiges Ende findet.

 

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Nachhaltigkeit und Social Media: Wege in eine bessere Zukunft » Blog Archiv Myriel, Jon Asht und die Zwillingsbrut: wie man sich nicht im Social Web verhalten sollte - Nachhaltigkeit und Social Media: Wege in eine bessere Zukunft

  2. Pingback: [Rückblick] Das war im Januar 2012 | Bücherbummel

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