Ab 18 Uhr geht’s bergab. Kurzausflug in die beschränkte Kabelwelt von Kabel Deutschland

Es war zu schön um wahr zu sein. Nach monatelangem Störungs-Hickhack mit der Telekom, Follower auf Twitter werden die täglichen Hilfeschreie und Flüche sicherlich mitbekommen haben, blieb mir nichts anderes übrig als für unseren Telekom VDSL 50 Anschluss eine brauchbare Alternative zu suchen.

Derzeit, und wie es scheint in weiser Voraussicht, parallel zum Telekom-Anschluss. Irgendwie muss hier ja auch mal gearbeitet werden. Kabel Deutschland sollte eine Chance erhalten.

Es folgte ein Anruf bei der Kabel Deutschland Hotline und der Auftrag wurde telefonisch erteilt. Gebucht wurde ein Internet & Telefon Business 100 Anschluss und zu meinem Erstaunen, erhielt ich bereits wenige Stunden nach Auftragserteilung einen Technikertermin zur Einrichtung des Kabelanschlusses am folgenden Tag! DAS nenne ich eine zügige Auftragsabwicklung.

Am nächsten Tag erschien der Techniker, ein Berliner Subunternehmer der für Kabel Deutschland tätig ist, und montierte begleitend mit Berliner Schnauze den Kabelanschluss bzw. das dazugehörigen Gedöns im Keller an. Etwas irritierend fand ich allerdings die auf meine Fragen zu den gemessenen Leistungsdaten hin ausweichenden Antworten. Irgendwie bekam ich einfach keine vernünftige Auskunft zum „ist das nun gut oder nicht“.

Nunja, die Fritz!Box 6360 wurde angeschlossen und mit einem ur-ur-ur-ur-alten Laptop, den der Techniker mit Fotos nackter Frauen beklebt hatte o_O, konnten 32 MBit/s gemessen werden. „Mehr schafft meen Rechner nüsch“, hieß es lapidar, und nach einer guten Stunde Arbeit zog er seines Weges. „Sie könn ’nu gleich loslejen mit dem Surfen“ hieß es zum Abschied noch, gänzlich ohne Zugangsdaten. Auf meine Frage wo und wann man Vertragsunterlagen bekäme, kam nur ein „die kommen mit ‚de Post“. Aha.

Nun, loslegen konnte man schon, allerdings nicht vernünftig arbeiten. Nach Anschluss meiner Geräte, tröpfelten hier schwankende 4 – 8 Mbit/s aus der Leitung. Es folgte ein Anruf bei der Hotline, die bat 24 Stunden zu warten bis alles freigeschaltet sei. Nach 48 Stunden lief immer noch nichts und nach dem folgenden Wochenende ebenfalls nicht. Erst eine Woche später erfolgte endlich die Freigabe. Bei den täglichen Anrufen und Nachfragen bei der Hotline, erhielt ich jedes Mal andere Gründe und Ausreden.  Vertragsunterlagen waren übrigens auch noch nicht da.

Nun denn, letztendlich konnten wir mit satten 96 Mbit/s ins Netz. Das war schnell. Und toll! Toll schnell und die Freude war groß. Allerdings nur kurz. Um genau zu sein, sie hielt bis ca. 18 Uhr.

Dann wenn hier am meisten los ist, brach plötzlich die Leitung ein. Rapide. Von 96 auf 32 Mbit/s und im Verlauf des frühen Abends immer tiefer und schneller sinkend auf bis zu 12 MBit/s. Erneut erfolgte ein Anruf bei der Hotline und nun erfuhr ich etwas, dass bei all meinen vorherigen Nachfragen, was die Stabilität der Leistung anbetraf, NIEMALS so kommuniziert wurde:

„(..) in der Zeit von 18-24 Uhr garantiert Kabel Deutschland maximal 50% der gebuchten Leistung. Ab 18 Uhr kommen alle nach Hause, da ist das Netz völlig überlastet (..)“.

Kinnladerunterklapp. AHA! Ich buche also eine Business-Leitung für’s Geschäft und bekomme ab 18 Uhr nur noch die Hälfte von dem was ich gebucht habe und bezahle?! WTF?! Außerdem sind bei mir die Hälfte von 100 immer noch 50 und nicht 30, 20 oder 12. Von den bescheuerten Hotliner-Kommentaren zu Thema Öffnungszeiten ganz zu schweigen. Das bedeutete also Ärger.

Nur wenige Sekunden nach meinem Tweet auf Twitter, folgten diverse Rückmeldungen und Links zum Thema Kabel Deutschland und Geschwindigkeit.

Und als @Gilly Links zu seinen Blogbeiträgen schickte, war für mich eines klar: Nein, Danke! Das will und brauche ich nicht.

https://twitter.com/gillyberlin/status/443482223141212160

Da der Auftrag telefonisch erteilt wurden, konnte ich von meinem Widerrufsrecht gebraucht machen und diesen online über ein entsprechendes Kontaktformular einreichen. Das habe ich auch getan. Mittlerweile trudelten übrigens, nach mehrmaligen Nachfragen auch die über eine Woche alten Vertragsunterlagen ein. Zwei Tage später gleich vier Mal dann die Bestätigung des Widerrufs. Ein Brief mit Androhung einer Zahlung von 160,- EUR sofern man den Router bzw. die HomeBox nicht innerhalb von 14 Tagen zurücksendet, folgte in zweimaliger Ausführung.

Kurzausflug Kabel Deutschland | Foto: konsensor.de

Die HomeBox ist bereits abgeschickt, im Keller die Installation abgeklemmt und vom Netz genommen. Damit ist das Kapitel Kabel Deutschland abgeschlossen. Zu meinem Glück hat die Telekom mittlerweile die täglichen Ausfälle in den Griff bekommen, also ist alles wieder beim alten. Der Telekom VDSL 50 Anschluss läuft wieder und das konstant mit gleicher Leistung  – egal zu welcher Tages- und Nachtzeit –  ich hoffe das bleibt auch so!

Zu guter Letzt erreichte mich die Rechnung von KabelDeutschland. Für die eine Woche, in der ich das Netz NICHT nutzen konnte, werden knappe 6,- EUR berechnet. Hinzu kommen für die Bereitstellung 39,90 EUR und für eine Papierrechnung (bin gespannt ob und wann diese eintreffen wird) 2,50 EUR.

Knapp 50,- EUR Lehrgeld, das ich gerne bezahle – bedenke man doch nur was ich mir durch diese eine Woche an weiteren Stress und Ärger erspart habe. Danke und Tschüss Kabel Deutschland.

5 Antworten auf „Ab 18 Uhr geht’s bergab. Kurzausflug in die beschränkte Kabelwelt von Kabel Deutschland“

  1. Tja, was nimmst du auch den 100 Mbit/s Tarif und nimmst dem ganzen Segment die Bandbreite :-) Okay jetzt mal ohne Scheiß – So massiv wie KDG wirbt (und ja die Angebote sind attraktiv) ist es klar, dass die Kunden leiden, wenn die Ressourcen nicht erhöht werden.
    Blöd, oder cool weil man eben nur eine Leitung hat, dass bei einem Kabelanbieter sich Fernsehen und Internet die Frequenzen teilen. Mit der Analogabschaltung könnten hier Ressourcen geschaffen werden, ohne dass die fälligen Milliarden-Investitionen jetzt getätigt werden müssen. Aber da muss die Politik mitspielen, die hierzulande ja leider hoffnungslos rückständig ist. „Deutschland geht es gut.“ – Angela Merkel Sep. 2013

  2. Das Abends die Leitungen eng werden, davon habe ich auch schon gehört. Aber wusste nicht, das es auch offiziell so ist und dem Kunden kommuniziert wird. Ist mal Interessant zu wissen, ob es irgendwo in den AGBs steht. Bzw wie sie werben?
    Bei VDSL 25/50 steht ja drin, das sie mindestens Leistung X liefern. Also anders als wie bei DSL wo maximal steht.
    Ich vermute hier ist es wie bei DSL, das es keine Mindestmenge gibt.

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