Ein Blick ins Bücherregal – Terry Pratchetts Scheibenwelt Romane

Es war Anfang 2015 als ich den Artikel „Erweckung einer alten Leidenschaft“ geschrieben habe. Mir kommt es gerade vor als wäre es gestern erst gewesen. Diese Lust, diese Spannung, diese unglaubliche Vorfreude auf die Bücher, die Geschichten, die Abenteuer, einfach das Abtauchen in Terry Pratchetts Scheibenwelt – ich korrigiere: auf Terry Pratchetts Scheibenwelt.

Seitdem sind zwei Jahre vergangen. Zeit in der das Bücherregal Stück für Stück, Band für Band aufgefüllt und erweitert wurde. Die Sammlung ist gewachsen und fast alle Bücher gelesen. Fast.

Zugegeben, es kommt hin und wieder vor, dass Pratchett mich mit seinen verschachtelten ewig langen Sätzen, mit den teilweise hin und her springenden Gedanken- bzw. Aktionssträngen ziemlich verwirrt und durcheinanderbringt. Möglicherweise liegt es aber auch einfach nur daran, dass mir gerade zu viel durch den Kopf geht. Dann wird das Kapitel oder der Abschnitt eben einfach erneut gelesen.

Lesen kann man die Scheibenwelt-Romane irgendwie immer. Immer und vor allem auch immer wieder. Eines meiner absoluten Lieblingsbücher ist übrigens noch immer „Ab die Post„, einfach grandios. Der dazugehörige Film namens „Terry Pratchett’s Going Postal“ übrigens auch – unbedingt ansehen! Die Hexen-Reihe mag ich besonders gern. Auch die Geschichten von und mit Gevatter Tod sind klasse. Die Wachen-Reihe ist famos und zu guter Letzt die Zauberer-Reihe. Ach, eigentlich mag ich alle. Irgendwie.

Über den im Piper Verlag erschienenen Terry Pratchett Schuber mit den neuen Covern und der neuen Übersetzung, habe ich im Artikel „Terry Pratchetts Scheibenwelt: Neun Romane im Schuber“ bereits berichtet. Die Neuauflagen, egal ob Inhalt oder Cover, sorgen für viel Gesprächs- und vor allem Zündstoff in der Fan-Gemeinde. So finden viele hartgesottene Terry Pratchett Fans die Klassiker hätten nach wie vor unverändert bleiben sollen, Neueinsteiger hingegen wird hiermit ein einfacherer Einstieg ermöglicht. Es ist alles eben etwas leichter und frischer aufbereitet. Entscheiden muss letztendlich der Leser selbst. Noch sind alte und neue Ausgaben zu bekommen, die Entscheidung liegt beim Käufer.

Ob das nun „gut“ oder „schlecht“ ist, ich für meinen Teil bin mir noch etwas unschlüssig. Die Neuauflagen werde ich sicherlich noch einige Male lesen müssen, um eine Entscheidung diesbezüglich fällen zu können. Die Klassiker hingegen gehen mir so langsam in Fleisch und Blut über. Und auch nach mehrmaligem Lesen einiger Romane, es gibt immer wieder neue Dinge zu entdecken. Langweilig ist mir bisher jedenfalls noch nicht geworden.

Meine Terry Pratchett Sammlung umfasst mittlerweile etwas mehr als 50 Titel wobei ich die letzten, sozusagen neuesten Werke, noch immer nicht angefangen habe zu lesen. Ganz ehrlich, ich habe etwas Angst davor. Angst vor dem Begreifen müssen, dass es dann vorbei ist mit neuen Erzählungen aus und von der Scheibenwelt. Mehr wird es einfach nicht geben, zumindest von Terry Pratchett nicht. Mit seinem Tod im März 2015 enden die Geschichten. Das tut weh.

Nichtsdestotrotz, die Sammlung ist fast vollständig. Noch gibt es eine Menge zu lesen, nachzulesen, erneut zu lesen und sogar in einer neuen Version zu lesen. Grund genug sich zu freuen. Eines ist gewiss, mit den Scheibenwelt-Romanen, den unzähligen Charakteren und Geschichten, eben diesen Büchern im Regal, könnte man vielleicht sogar behaupten ein Stück von Terry Pratchetts Sein, bei sich zuhause zu haben. Danke dafür Terry.

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