Schadstoffe in Tintenpatronen

Es war einmal ein Füllfederhalter. Dann zwei, dann drei… so könnte die Geschichte beginnen. Füllfederhalter oder Füller sind derzeit eine meiner kleinen großen Leidenschaften. Doch was sind diese edlen Schreibwerkzeuge ohne Tintenpatronen? Leere Stifte mit denen nichts anzufangen wäre. Um Tinte, besser gesagt Tintenpatronen, geht es in diesem kurzen Beitrag.

Während meiner Schulzeit haben wir noch Füller benutzt und Schönschreiben gelernt. Ein gutschreibender Füller war etwas Besonderes. Füller von Herlitz, Pelikan, Geha, Lamy… in meiner Klasse war fast alles vertreten, auch eine Menge No-Name Füller. Die jeweils dazugehörigen Tintenpatronen gab es in fast jeder Couleur und sogar mit Duft.

Das Schreiben mit diesem Schreibwerkzeug war hingegen nicht immer eine Freude. Abgesehen davon, dass man es sich als Kind und Jugendlicher nicht unbedingt leisten konnte den Füller seiner Träume kaufen zu können und man somit abhängig von der Kaufentscheidung der Eltern oder der schenkenden Verwandtschaft war, konnte und musste man froh sein, wenn man überhaupt einen Füller bekam der vernünftig schrieb.

So erinnere ich mich mit Grausen an einen meiner ersten No-Name-Füller der eine fürchterlich harte und kratzende Mine hatte und Tinte nicht unbedingt bei sich behalten konnte. Das Schreiben damit glich einem Tuschen mit einem Stöckchen.

Auslaufende Tinte war keine Seltenheit. So erklang in fast jeder Schreibstunde das Wehklagen von Mitschüler*innen wenn wieder einmal ein Füller ausgelaufen war oder eine Patrone sich gelöst hatte. Das Hantieren mit Tintenpatronen und Füller war nicht so einfach. Und Tinte befand sich mitnichten nur auf dem Papier. Tintenverschmierte Münder und Lippen, weil beim Nachdenken der Füller an den Mund gehalten wurde, tintenverschmierte Finger und Hände weil ein Malheur beim Patronenwechsel passiert war, oder bemalte Finger, Hände und Arme.

Doch zurück ins Hier und Jetzt. Die Stiftung Warentest hat sich in der Ausgabe test 08/2018 vom August 2018 mit Buntstiften, Fasermalern und Tintenpatronen beschäftigt und diese getestet. Gesucht wurde nach Schadstoffen wie Azofarbmittel, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Schwermetalle und weitere Elemente, Phtalat-Weichmacher, Konservierungsstoffe und Lösemittel, alles Schadstoffe die dort eigentlich nichts zu suchen haben.

So banal solch ein Stift oder eine Tintepatrone auch aussehen mag, so erschreckend ist es, wenn einem bewußt wird was alles in ihnen steckt. Das unschöne an dem Test: fast alle getesteten Tinten aus Tintenpatronen enthielten unter anderem Konservierungsstoffe die Allergien auslösen können. Ich lasse den Test zu Buntstiften und Fasermalern hier mal außen vor (nachzulesen in der Ausgabe test 08/2018 Seite 76).

Getestet wurden Tintenpatronen der Hersteller Schneider, Herlitz, Kreuzer, Lamy, Online und Pelikan und um es kurz zu machen, es schnitten alle mit der Bewertung mangelhaft ab. Alle bis auf die Patronen von Schneider. Diese, die Tintenpatrone königsblau (löschbar) mit der Artikelnummer 6603, wurden mit einem sehr gut bewertet (test 08/2018 Seite 76).

Ohne den Test vorab gekannt zu haben, sind diese Schneider königsblau Tintenpatronen genau die Patronen, die ich hier im Alltagseinsatz und auch als Tintenpatronenvorrat zur Verfügung habe. Gekauft zum einen weil sie sich in tollen Gläsern befinden, zum anderen weil die Farbe der Schneider königsblau Tinte einfach toll ist. Sie ist etwas heller als das Blau anderer von mir bisher ausprobierten Tinten.

Auch wenn ich persönlich nicht unbedingt Stifte in den Mund nehme oder mich bemale, es ist schon ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass die Alltagstinte inhaltsstofftechnisch sehr gut abgeschnitten hat. Sollte mir also einmal ein Tintenmalheur passieren, brauche ich mir diesbezüglich jedenfalls keine Sorgen machen.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.