Apple HomePod mini und ein enttäuschendes Siri-Erlebnis

Zwei HomePod mini habe ich vor geraumer Zeit bestellt. Für die Einrichtung habe ich mir am Wochenende etwas Zeit genommen. Technisch sind die HomePod minis durchaus sehr niedliche kleine Soundkügelchen, doch Apples Versprechen vom „intelligenten Assistenten“ ist ein Witz.

Es hat schon seine Gründe weshalb ich Siri nicht nutze. Wie auch. Wer bereits Kontakt mit Amazons Alexa hatte und diese im täglichen Einsatz erlebt hat, wird sicherlich nicht so schnell zu Apples Siri wechseln wollen. Wie „schwer von Begriff“ Siri ist, durfte ich am letzten Wochenende selbst erleben. Einfachste Dinge scheinen eine unlösbare Aufgabe zu sein.

Siri kann nicht zählen

Nur ein kleines Beispiel zwischendurch: Habt ihr schon mal probiert Siri von 1-10 zählen zu lassen? Probiert es aus: „Hey Siri, zähle von 1 bis 10.“. Prost. Und nein, der Befehl „zähle bis Zehn“ macht die Sache auch nicht besser (Stand 02/2021). Doch zurück zum eigentlichen Thema.

Die beiden neuen HomePod mini haben mich dazu veranlasst Siri erneut eine Chance zu geben. Sie sollten zwei Echo Dots der 3. Generation ersetzen. Anschluss und Einrichtung verlaufen reibungslos sofern ein iPhone zur Verfügung steht. Das iPhone übernimmt nämlich, sobald es sich in direkter Nähe des HomePod mini befindet, den Einrichtungsvorgang.

Apple HomePod mini und Amazon Echo Dot (3. Gen) | Foto: konsensor.de

Erste Klänge aus dem HomePod mini

Ein erster Sound-Check mit Apple Music überrascht mit einem satten und raumfüllenden Klang. Für meine Ohren etwas zu basslastig und dumpf. Also begab ich mich auf die Suche nach den Klangeinstellungen. Pustekuchen. Es gibt aktuell (Stand 02/2021) tatsächlich keine Möglichkeit irgendwelche Klangeinstellungen der HomePod mini zu ändern. Ärgerlich.

Einfaches Radio- oder Hörbuch-Hören finde ich mit solch einem basslastigen Klang ziemlich anstrengend. Bei Musik hingegen, ich nutze übrigens den Phil Collins Song „You can’t hurry love“ in der 2016 Remastered Version als Test-Song, klingt der HomePod mini hingegen echt klasse.

Kopplung via Airplay (Zweitgerät)

Weiter ging es mit dem Versuch einen HomePod mini via Airplay von einem zweiten iPhone aus anzusteuern. Hier begannen die Probleme. Obwohl alle nötigen Einstellungen korrekt vorgenommen wurden, alles mehrfach kontrolliert und überprüft wurde, es wollte einfach nicht funktionieren. Unzählige Neustarts später, lief es plötzlich. Einfach so. Einen ersichtlichen Grund für dieses Verhalten konnte nicht ausgemacht werden.

Nun war Siri an der Reihe. Apple Music Inhalte abspielen, Apple TV und Fernseher ein- und ausschalten, Wetter abfragen,  mit solch einfachsten Befehlen kam Siri gut klar. Die Steuerung via Siri-Sprachbefehl schien zu klappen.

Siri und Philips Hue

Bei der Steuerung unserer Philips Hue Leuchten und Lichter, die bisher verbunden mit der Philips Hue Bridge und Amazon Alexa bestens funkioniert haben, ging der eigentliche Spaß erst richtig los. Siri wollte oder konnte einfach nicht begreifen, dass es hier mehrere durchnummerierte Lichter und Leuchten gibt. So haben wir zum Beispiel mehrere Leselichter, mehrere Deckenleuchten und natürlich auch mehrere Räume die beleuchtet werden. Eigentlich nicht außergewöhnliches.

Siri kam jedoch mächtig ins Schwitzen. Probleme bereiteten ihr vor allem Kombinationen von  Namen der Leuchten und der dazugehörigen Zahl „1“. Der Befehl „Leselicht 1 an“ oder „Deckenlicht 1 an“ oder „Esstischlicht 2 aus“, löste bei Siri die erstaunlichsten Rückfragen und Reaktionen aus. Nur den korrekten Befehl korrekt auszuführen, damit kam sie überhaupt nicht klar.

Auch mit Lichtstärke- bzw. Helligkeitsangaben in Prozent konnte sie absolut nichts anfangen. Alles Herumexperimentieren half nichts. Selbst die Umbenennung der Leuchten brachte keine Besserung. Kurzum: es war eine Katastrophe.

Natürlich habe ich versucht Ursachen bzw. Erklärungen zu finden, doch egal ob die Befehle schnell, laut, langsam und deutlich oder gar von einer weitere Stimmte ausgesprochen wurden, nichts hat geholfen. Hier von „funktionierender“ Sprachassistenz zu sprechen ist ein Witz.

Anzumerken sei an dieser Stelle, dass via Apple Home App auf dem iPhone alle Lichter und Leuchten problemlos steuerbar sind. Es liegt definitiv an Siri, dass solch ein Unsinn dabei herauskommt. Grund genug weitere Versuche abzubrechen.

Apple HomePod mini und Amazon Echo Dot (3. Gen) | Foto: konsensor.de

Miserable Sprachassistenz

Es macht keinen Sinn sich mit solch miserabler Sprachassistenz herumzuquälen. Zumal Alexa solche Dinge mit Leichtigkeit erledigt und in Anspielung der oben genannten Unfähigkeit Siris zu zählen, Alexa meistert dies mit Bravour. Schon selbst den eingangs erwähnten Zähl-Befehl bei Siri ausprobiert?

Einen Versuch war esmir  jedenfalls wert. Doch dabei bleibt es vorerst auch. Die Ausgabe von  99,- EUR pro HomePod mini (Stand 02/2021), also für beide 198,- EUR für nur etwas tolleren Sound, macht für mich wenig Sinn. Ohne funktionierende Sprachassistenz gehen beide HomePod minis wieder zurück zu Apple.

Zurück zu den Echo Dots

Etwas Musik und Radio hören kann ich mit den Echo Dots der 3. Generation bestens. Auch wenn diese soundtechnisch den HomePod minis unterlegen sein mögen. Wobei ich sagen muss, dass dies nur im direkten Vergleich auffällt. Allein für sich ist die Qualität der Echo Dots (3. Gen) völlig ausreichend.

Hinzu kommt, der unschlagbare Preis der Echo Dots,  die Möglichkeit Veränderungen an den Audio-Einstellungen vornehmen zu können und natürlich Alexa die fast perfekt funktioniert. Kein Vergleich zur erlebten „Beschränktheit“ von Siri.

Wieso, weshalb, warum Apple Siri in dieser Weise in die Welt entlassen hat ist mir ein Rätsel. Ehrlich gesagt ist es mir aber auch völlig egal. Fakt ist: für mich macht Siri, so wie sie derzeit ist und was sie „kann“ keinen Sinn. Ebensowenig wie die beiden HomePod minis. Auf allen anderen Geräten wie iPhone, iPad und MacBook ist Siri sowieso nicht aktiviert. Aus gutem Grunde wie man wieder einmal sieht.

 

Zwei Echo Dots der 4. Generation habe ich mir nun bestellt und bin gespannt wie diese sich anhören werden.

 

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