Einblick in den Alltag des 17. Jahrhunderts: Samuel Pepys Tagebuch (Reclam-Fassung)

Auf der Suche nach Lesestoff zum Thema Pandemie, wurde mir immer wieder das Tagebuch des Samuel Pepys empfohlen. Ein Tagebuch aus den Jahren 1660 bis 1669, mitten in die Zeit der Pest in London.

Neben der Empfehlung zu Albert Camus Die Pest, entschied ich mich also auch für eine Reclam-Fassung von Samuel Pepys Tagebuch. Dabei habe ich erst später erfahren, dass es sich hier um eine stark gekürzte Fassung handelt. Trotz dieser Reduzierung auf eine Auswahl an Einträgen, sind stolze 510 Seiten zusammengekommen. Diese sind trotz Reclam üblichem Kleinformat ca. 16 x 6 x 2 cm schrifttechnisch übrigens bestens lesbar.

Was soll ich sagen, es hat mich gepackt. Ich mag diese Art von Tagebuchführung. Kurz, prägnant, authentisch. Diese einmaligen Einblicke in das Leben Londos des 17. Jahrhunderts, den Alltag, Denkweisen und Lebensart. Natürlich ist das Büchlein, mit Hilfe der über 40-seitigen Anmerkungen, zugleich auch eine kleine Exkursion in die Geschichte Londons und Englands. Samuel Pepys wäre heutzutage sicherlich ein famoser und grandioser Blogger. Seine Art zu Schreiben hat mit Sicherheit Auswirkungen auf eigene Tagebucheinträge.

Samuel Pepys Tagebuch - Reclam | Foto: konsensor.de

„19.5.1664 – Ziemlich ordentlicher Stuhlgang, was ich der Molke zuschreibe, desgleichen mehrere gute Fürze.“

Quelle: Samuel Pepys Tagebuch aus dem London des 17. Jahrhunderts (Reclams Universal-Bibliothek)


Gespannt war ich natürlich, bedingt durch unsere derzeitige COVID-19-Einschränkungen, auf die Einträge zum Ausbruch der Pest in London 1665-1666 und das große Feuer 1666. Leider kamen diese Bereiche meines Erachtens etwas zu kurz. Nichts desto trotz sind Angst und Sorge in der Auswahl der Einträge deutlich spürbar und ziehen den Lesenden in einen gar grausigen Bann.

Die kompakte Reclam-Ausgabe Samuel Pepys Tagebuch aus dem London des 17. Jahrhunderts (Reclams Universal-Bibliothek) hat mich jedenfalls dermaßen gepackt, dass ich mich auf die Suche nach weiteren, wenn möglich vollständigen Tagebüchern von Samuel Pepys gemacht habe.

Und ich bin fündig geworden. Eine sechsbändige Ausgabe und zwar Samuel Pepys – Die Tagebücher 1660 – 1969 ist eine tatsächlich vollständige Ausgabe in sechs Bänden nebst einem Beiheft, ist von Gerd Haffmans im Zweitausendeins Verlag erschienen. Diese habe ich mir bestellt und bin nun wirklich sehr gespannt darauf, wie sich die Berichte Samuel Pepys in voller Länge lesen werden.

Wer sich einen ersten Einblick in dieses Tagebuchwerk verschaffen möchte, dem kann ich bedenkenlos zur kompakten Fassung aus Reclams Universal-Bibliothek raten. Klein, kompakt, im Format sowie auch inhaltlich, eine wirklich spannende und gleichzeitig lehrreiche kurzweilige Lektüre. Und wenn euch beim Lesen die gleiche Neugier packt wie mich… über die vollständige Tagebuchsammlung werde, nachdem ich sie durch habe, alsbald wie möglich berichten.

 

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